„In den Wäldern am Kalten Fluss von William Judson“, ein Abenteuerroman, ist wohl das Schlüsselerlebnis und der Beginn einer langen Beziehung zum Kanu. Als 12-Jähriger las ich die Geschichte, wie Tim und Lizzy den Winter nur mit dem Allernötigsten überstehen sollten. Auf der Irrfahrt, bei der sie ihren Vater verloren, war ein Holzkanu ihr ständiger Begleiter.

Ein Jahr später hatte ich mein erstes eigenes Boot. Es war 3,3 m lang und hatte zwei Sitzplätze. Aus Holz war das aber noch nicht.
Nach der Schule machte ich eine Ausbildung zum Mechaniker. Danach folgten einige vermeintlich ziellose Handwerkserfahrungen, die aber alle dazu beitrugen, die mannigfaltigen Arbeiten im Bootsbau bewältigen zu können. Dies war auch die Zeit, in der ich begann, beruflich mit Holz zu arbeiten. Dazu zählte vor allem die Fachwerkrestaurierung, die meinen Umgang mit fließenden Formen schulten. Somit folgte ich einer langen Tradition von Holzhandwerkern in der Familie, die mich von Kindesbeinen an geprägt hatte.

Mit ca. 20 Jahren begann ich den Bau eines Leistenkanus (Sandwichbauweise). Während dieser Zeit sah ich mein erstes Wood and Canvas-Kanu. Von da an war mir sofort bewusst, was ich wollte: das Kanu vom kalten Fluss. Es sollte dann noch einige Jahre dauern, bis das erste Wood and Canvas-Kanu meine Werkstatt verließ. Die eigenen und zusammengetragenen Recherchen wurden erweitert durch den Besuch bei Island Falls Canoe in Maine, USA. Bei dem Bootsbauer und Kanubuchautor Jerry Stelmok baute ich einen 15 Fuß Solo-Kanadier und begleitete alle bootstypischen Arbeiten in der Werkstatt. Danach folgte ein Linienrisslehrgang (Bootsdesign), um mein Wissen zu vervollständigen. Diese tiefen Einblicke in die Bootsbaukunst führten zu meinem heutigen Verständnis und Können.