Sobald eine Kamera im Raum ist, fängt die eine oder der andere an, sich zu sortieren.
Man zieht die innere Krawatte gerade und stellt sich in seine beste Version.
Verständlich.
So wurde es trainiert.

Was ich daraus gelernt habe: Spannend wird’s nicht, wenn alles sitzt.
Es beginnt, wenn etwas kurz verrutscht.
Wenn du dich nen Moment lang nicht optimierst.
Wenn du aufhörst, dich zu verwalten, und einfach da bist.

Nicht wirken wollen/müssen, nur anwesend sein.

Dafür braucht es keine großen Tricks.
Geduld ist prima.
Ein bisschen Humor hilft immer.
Und den Mut, die Stille nicht sofort zuzupflastern.
Hinschauen.
Die Rolle hängt kurz am Haken.
Der Blick wird weich.

Das ist ein guter Augenblick, auszulösen.

Um diesen besonderen Moment zu retten,
bevor der Kopf wieder übernimmt und alles glattbügelt.

Ein Businessporträt darf nach Mensch aussehen.
Nicht nach „Bitte vertrauen Sie mir, ich lächle doch“.

Nur nach dir.
Das ist schon alles.

Was beginnst du zu schützen, wenn du merkst, dass du fotografiert wirst?
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