Ein ruhiger Lagebericht aus einer lauten Gegenwart

2026 ist kein Neuanfang.
2026 ist ein Weitergehen mit offeneren Augen.

Die Bilderflut lässt nicht nach. KI kann inzwischen vieles, bis auf zögern, zweifeln, fühlen. Genau hier beginnt eine Bewegung, die die Fotografie 2026 prägen könnte. Nicht als Trend, mehr als kollektives Auf- und Durchatmen.

Gefühl ist kein ästhetisches Dogma. Es ist eine Müdigkeit gegenüber dem Immergleichen. Und ein Hunger nach Bildern, die etwas auslösen. Nach Momenten die wirken.

Realität, ungefiltert – und bewusst gewählt

Das Echte ist kein Zufall.

Es ist eine Entscheidung.

2026 sehen wir weniger „zufällig wirkende“ Authentizität und mehr klare Haltung. Spontane Momente bleiben, aber sie sind nicht mehr naiv. Sie wissen um ihre Wirkung. Unaufgeräumte Bildränder, unperfekte Gesten, Situationen zwischen zwei Posen – all das bleibt relevant und schafft dadurch Vertrauen.

Nicht, weil es roh ist. Sondern dadurch ehrlich bleibt.

Texturen als Gegengewicht zur Glätte

Flächen dürfen wieder etwas erzählen.

Korn. Rauschen. Brüche.

Während Interfaces immer cleaner werden, reagiert die Fotografie mit Tiefe. Abstrakte Bildanteile, überlagerte Strukturen, visuelle Störungen. Klare haltung egen sterile Perfektion.

Diese Bilder wollen nicht konsumiert werden. Sie wollen wahrgenommen,  bestenfalls sogar gespürt werden.

Dunkelheit als Raum, nicht als Drama

2026 ist die dunkle Bildwelt erwachsen geworden.

Schatten sind kein Stilmittel mehr. Sie geben Bildern Raum zum Atmen, zum Nachhallen. Gedämpfte Farbwelten, kontrollierte Kontraste, bewusst gesetztes Licht. Alles langsamer. Alles konzentrierter.

Dunkelheit als Einladung zur Tiefe.

Blitzlicht, aber mit Haltung

Der Blitz ist geblieben.
Aber er schreit nicht mehr.

Die rohe Energie der letzten Jahre hat sich beruhigt. Der Blitz wird gezielter eingesetzt – als Markierung, nicht als Dauerzustand. Er hebt hervor, unterbricht, setzt Akzente. Er erinnert an Nähe, an Körper, an Präsenz.

Nicht alles muss laut sein, um gesehen zu werden.

Unschärfe als Echtheitsversprechen

Sie funktioniert als kultureller Code.  Als Zeichen für Herkunft, Prozess, Geschichte.

Diese Unschärfen sagen:
Dieses Bild war unterwegs. Es ist nicht frisch aus der Maschine gefallen.

Darin liegt Glaubwürdigkeit.

Collage als Denkweise

Collage ist kein Stil.
Collage ist ein Denken.

Ausschneiden, neu zusammensetzen, Regeln ignorieren.  Weil sie sichtbar macht, dass Gestaltung immer eine Entscheidung ist.

In einer Zeit automatisierter Abläufe wird das Unlogische plötzlich wertvoll.

Was 2026 wirklich zählt

Die Fotografie des Jahres 2026 will nicht gefallen.
Sie will standhalten.

Sie sucht keine Reichweite um jeden Preis, sondern Resonanz. Keine Perfektion, sondern Beziehung. Kein Versprechen von Ewigkeit, sondern einen ehrlichen Moment.

Das eigentliche in dieser Bewegung:
Bilder wieder als Begegnung zu verstehen.

Was passiert, wenn wir nicht mehr beeindrucken wollen – sondern berühren?

Ich freue mich auf über jede Anfrage und interessierte Kontakte.