Lässt du Dinge in deinen Fotos bewusst offen, damit der Betrachter Platz hat?
Ja. Sehr bewusst sogar.

Ein Porträt wird schnell platt, wenn es alles ausbuchstabiert.
Sobald ich alles erkläre, wird ein Bild zu einer Ansage.  Dann bleibt wenig Raum, nur noch Information.
Wenn ich etwas offen lasse, wird es zu einer Begegnung.

Ich lasse manche Details bewusst offen, damit der Betrachter nicht nur schaut, sondern mitdenkt. Damit er sich hineinbewegen kann.

Das passiert ganz konkret durch:

Weglassen von Kontext Lärm.
Es muss nicht jedes Porträt mit Laptop, Glaswand und „Business“ beschriften sein.  Wenn Präsenz stimmt, trägt sie die Geschichte.  Ein neutraler Hintergrund kann stärker sein als jede Kulisse, weil der Betrachter nicht abgelenkt wird vom eigentlichen Thema > dem Menschen.

Zwischentöne statt eindeutiger Ansage.
Ein Blick, der nicht eindeutig „Erfolg“ oder „Sympathie“ performt, sondern etwas hält. Ein kleines Fragezeichen im Gesicht, das nicht schwächt, sondern menschlich macht.

Ausschnitt und Abstand.
Nicht immer alles zeigen. Manchmal macht ein engerer Schnitt das Bild intimer. Manchmal macht mehr Abstand es würdevoller. Beides kann Platz schaffen.

Das Offene ist auch Schutz.
Für die Person im Bild. Niemand muss komplett „verstanden“ werden, nur weil er fotografiert wird. Ein gutes Porträt darf etwas behalten. Wie ein Mensch eben.

Magst du Bilder mehr, die sofort eine klare Aussage treffen — oder solche, die erst beim zweiten Hinschauen anfangen zu sprechen?

Lass es uns gemeinsam herausfinden